Mini-München - Die Spielstadt für Kinder und Jugendliche | Projektvorstellung
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Mini-München

Am 1. August 2016 öffnet Mini-München zum 18. Mal seine Pforten.

Mini-München ist seit über 34 Jahren das größte Ferienprogramm der Stadt München, eines der bekanntesten kulturpädagogischen Projekte für Kinder in Deutschland und Vorbild für weit über 200 Spielstädte im In- und Ausland.

Die Kinder sind die Akteure und Macher in der Spielstadt. Die Ausgabe der Mitspielausweise ist pro Tag auf 2500 Kinder und Jugendliche begrenzt und in der Regel finden auch alle Teilnehmer einen Platz in den über 60 Betrieben und Einrichtungen der Spielstadt: Im Handwerkerhof, bei der Stadtverwaltung, im Rathaus, bei der Bank, im Bauamt, im Fernsehstudio, bei der Zeitung, beim Theater, in der Gärtnerei, im Spiel- und Sportbereich, in den Forschungslabors, in der Hochschule, in der Kunstakademie, in der Zoff-Akademie, im Restaurant, bei der Müllabfuhr oder als Gewerbetreibende im eigenen Betrieb…

Mini-München, die kleine Stadt in der großen, besuchten beim letzen Mal 32.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 7-15 Jahren, dazu tausende von Eltern und interessierte Erwachsene.

Mini-München macht Schule. In den letzten Jahren sind viele Spielstadtprojekte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Dänemark, sogar in Mexiko und besonders in Japan (siehe beiliegende Karte) nach dem Vorbild Mini-Münchens entstanden. Auch für dieses Jahr haben sich wieder viele Besuchergruppen angemeldet, die Mini-München, die Mutter aller Spielstädte, live erleben wollen.

Mini-München mehrfach ausgezeichnet. 2002 wurde das Projekt Mini-München mit dem Deutschen Kinder-Kulturpreis ausgezeichnet und 2006 war Mini-München eines von 365 Projekten, mit denen sich Deutschland im Jahr der Fußball-WM weltweit als „Land der Ideen“ präsentierte.

Mini-München – eine Schule des Lebens. Mini-München ist ein komplexes spiel- und kulturpädagogisches Projekt und ein umfassendes Bildungsangebot für 7-15-Jährige. Mini-München bietet allen Kinder und Jugendlichen, Jungen wie Mädchen, unabhängig von Herkunft und Bildungshintergrund eine Fülle an Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Mini-München ist ein attraktiver Lernort, an dem Lernen sich in spielerischer Weise, selbstbestimmt und von individuellen Interessen geleitet, vollzieht. In diesem Sinne ist Mini-München eine Schule des Lebens – par excellence.

Mini-München ist Montag bis Freitag von 10-17 Uhr geöffnet.
Die Kinder können kommen und gehen, wann sie wollen. Beim ersten Besuch erhalten sie im Einwohnermeldeamt ihren persönlichen Mitspielpass mit den wichtigsten Informationen und den Spielregeln – und dann geht es los. Beim Arbeitsamt werden Jobs, an der Hochschule Studienplätze angeboten. Wer arbeitet oder studiert, kann „MiMüs“ verdienen und damit im Gasthaus essen, ins Kino und Theater gehen, im Supermarkt einkaufen, sich ein Grundstück pachten oder sein Geld auf ein Sparbuch einzahlen. Die Gesamtzahl der täglichen Mitspieler wird über die Ausgabe der Mitspielausweise reguliert. An machen Tagen kann es wegen der großen Nachfrage notwendig werden, die Ausgabe der Mitspielausweise für eine bestimmte Zeit einzustellen.

Mini-München International mit Gästen aus aller Welt
Zentrales Anliegen ist auch heuer wieder das friedliche Zusammenleben von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und der internationale Austausch. Mini-München International – das Motto ist Programm und zieht sich als roter Faden durch die Spielstadt – von der internationalen Zusammensetzung des Mitarbeiterteams bis zu den Gästen, von den Angeboten der Gastronomie bis zu den Kulturveranstaltungen. Mini-München freut sich auf seine jungen Besucher aus aller Welt.

Mini-München – die kleine Stadt in der großen Stadt

Die Spielstadt Mini-München ist ein modellhaftes Abbild der großen Stadt, welche die Themen und Inhalte des Spiels vorgibt: Arbeit und Studium, Politik, Verwaltung, Kultur und Teilnahme am öffentlichen Leben. Die inszenierte Welt der Spielstadt, aus Messewänden und Kulissen, eröffnet den Kindern die Möglichkeit, probeweise im Spiel, aber in ernst genommenen Rollen und Funktionen ein städtisches Gemeinwesen, und im weitesten Sinne soziales Leben, zu erfahren und nachhaltig zu begreifen: Wie funktioniert das Stadtleben, wie die Verwaltung, die lokale Politik, der Kreislauf von Arbeit, Geld und Konsum? Die Wirklichkeit der großen Stadt bleibt damit anschlussfähig an die phantasievoll entwickelte Kinderwelt und umgekehrt. Die Brücken zwischen diesen Wirklichkeiten machen die entscheidende Qualität dieses pädagogischen Ansatzes aus.

Pädagogische Leitideen

Jedes Kind lernt, von Anfang an. Kinder sind neugierig und wissbegierig. Sie sind zugleich Wissenschaftler und Handwerker, wenn man sie lässt und dabei fördert. Sie können nicht anders als lernen. Jedes Kind aber ist anders, hat seine eigene Art des Lernens, eigene Zeitfenster und „fruchtbare Augenblicke“ für den Zugang zu Wissen und praktischer Aneignung von Welt. Aus dieser Einsicht wurde die Idee Spielstadt geboren. Die Offenheit des Konzepts der Spielstadt stellt einen pädagogischen Paradigmenwechsel dar: Die Regeln der Spielstadt sind zwar von Pädagogen didaktisch entworfen, ihre Einbettung in eine ästhetische Inszenierung ist von Erwachsenen vorgegeben, aber es sind die Kinder selbst, welche die inhaltliche Dynamik des Spielstadtlebens selbstbestimmt steuern und produktiv gestalten. Und die letzte Regel besagt, dass alle Regeln durch demokratische Mehrheitsentscheidung zu ändern sind. Mehr pädagogische Freiheit ist nicht planbar, aber notwendig, damit soziale Verantwortung entwickelt wird.
Belehrung wird ersetzt durch produktives Tun und aktives Handeln, aus deren Folgen kreatives Lernen als selbstbewusster Erfahrungsakt seine Wirkung entfaltet. Diese wiederum wird geschärft durch die permanente Einbindung in die sozialen Situationen, welche das Stadtspiel ergibt und fordert.

Das Projekt Spielstadt

Einrichtungen von Mini-München

Einwohnermeldeamt, Arbeitsamt und Bank, Handwerkerhof und Werkstätten, Kaufhaus und Markt, Rathaus und Verwaltung, Zeitung, Fernsehen, Radio, Hochschule und Forschungsstadt, Kunstakademie und Theater, Gasthaus und Elterncafé, Umweltbüro und Müllabfuhr, Gärtnerei, Planungsbüro und Bauhof, Werbestudio und Druckerei, Bibliothek, Filmwerkstatt, Krankenhaus, Jahrmarkt, Zirkus, Sportbereich, Botschaften, Museum… und vieles mehr.

Mini-München – das Spiel

Beim ersten Besuch erhalten die Kinder ihren Stadtausweis mit allen Informationen. Wenige Regeln erlauben den sofortigen Einstig ins Spiel. In den Ausweis werden Arbeits- und Studienzeiten eingetragen. Am Arbeitsamt suchen sie sich aus mehr als 800 Arbeitsplätzen eine freie Stelle. Das verdiente Spielgeld kann, nach Abzug einer Steuer, entweder gespart oder im Kaufhaus, Gasthaus, Kino, Theater ausgegeben werden. An der Hochschule werden täglich Studienplätze angeboten. Kinder wie Erwachsene sind Professoren und vermitteln ihr Wissen. Wer vier Stunden gearbeitet und vier Stunden studiert hat, kann Vollbürger werden. Diese dürfen wählen und können sich als Bürgermeister oder Stadtrat wählen lassen. Sie können als Unternehmer selbständig werden, ein Grundstück erwerben und ein Haus bauen.
Das Grundspiel mit seinen Regeln ist seit über 34 Jahren nahezu unverändert – die Binnenverläufe und Regelungen in und zwischen den Einrichtungen verändern sich aber laufend mit den neu teilnehmenden Kindern. In allen Bereichen übernehmen die Kinder die vielfältigen Berufsrollen und zugleich Regie und Management der Alltagsgeschäfte: Sie regeln die Arbeitseinstellung, die Entlohnung, den Ein- und Verkauf, die Gestaltung der Preise und kümmern sich um Kontakte zwischen den verschiedenen Einrichtungen und engagieren sich als Bürgerinnen und Bürger in verschiedenster Art und Weise für ihre Stadt.

Veranstaltungen in Mini-München

Das kulturelle Leben in der Spielstadt ist reich an Ereignissen, die entweder durch die Kinder selbst gestaltet werden oder aus der großen Stadt kommen: Konzerte, Tanz- und Theateraufführungen, Vorlesungen, Wahl-und Gerichtstage, Kinopremieren, Modeschauen, Stadtmarathon, Olympiade, Ausstellungseröffnungen, Markttage, Richtfeste, Lesungen, Besuche von Stadtpolitikern, Schauspielprominenz, Presse und Delegationen aus anderen Spielstädten und anderen Ländern.

Mini-München – Daten & Fakten

Mini-München gibt es seit 1979 und findet alle zwei Jahre im Münchner Olympiapark statt. Die Spielstadt ist das größte kommunale Ferienprogramm der Stadt München und wird von bis zu 2500 Kindern täglich besucht. Erwachsene, Eltern, Gäste, Experten sind als Besucher in der Spielstadt willkommen, können sich informieren, dürfen sich aber nicht in das Spielstadtgeschehen einmischen. Weltweit gibt es inzwischen viele Nachfolge-Kinderstädte.
Die Teilnahme ist kostenlos und die Kinder können ohne Anmeldung und sooft kommen und solange teilnehmen, wie sie wollen. Betreute Kindergruppen müssen sich anmelden. Mini-München wird von ca. 180 Erwachsenen betreut: Pädagog*innen, Künstler*innen, Handwerker*innen, Berufsexpert*innen unterschiedlicher Profession. Wochenweise können jugendliche Volunteers als Betreuer mitarbeiten (ab 16 Jahren). An die 40 Partner beteiligen sich an der Spielstadt und bereichern sie mit eigenen Einrichtungen.

Informationen zu Kultur & Spielraum e.V.

Der Verein entwickelt und organisiert seit 1970 kulturpädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche. Seit 1989 führt er den Namen Kultur & Spielraum, ist als gemeinnützig anerkannt und Maßnahmeträger des Stadtjugendamtes München (Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gem. §75 KJHG).
Der Aufgabenschwerpunkt liegt in den Bereichen außerschulischer Kulturarbeit und offener Bildungsangebote. Der Verein betreibt im kommunalen Auftrag zwei Kinder- und Jugendkulturwerkstätten und organisiert Programmangebote zu unterschiedlichen Anlässen und an wechselnden Orten in der ganzen Stadt (Kulturpädagogischer Dienst). Darüber hinaus ist er für die Durchführung zentraler und stadtweiter Kinder- und Jugendforen zuständig (Münchner Kinder- und Jugendforum). Er ist koordinierend für den Verbund der Münchner Jugendkunstschulen und für den Kinder-Kultur-Sommer tätig und beteiligt sich an gesamtstädtischen Konzeptionsprozessen im Bereich der kulturellen und politischen Bildung.
In überregionalen Zusammenhängen veranstaltet Kultur & Spielraum unterschiedlichste Kulturprojekte für andere Kommunen oder Auftraggeber. Eigene Dokumentationen, Verlagspublikationen sowie Fortbildungen vermitteln die Praxis des Vereins an Fachpublikum und Interessierte.